Landestheater Tübingen LTT
Die neuen Leiden des jungen W.
Schauspiel von Ulrich Plenzdorf
Zukunft IV
Dauer: 2:00 h keine Pause
Vorverkauf ab: 26.02.10
Vorverkaufsstelle: Info Baden
Zukunft IV
Gespräch nach der Vorstellung
Der «Fall Edgar» sorgt für Aufsehen: Der 19-jährige Gelegenheitsarbeiter Edgar Wibeau stirbt plötzlich an Heiligabend. Ein tragischer Unfall. Durch Recherche des Vaters kommen die Geschehnisse ans Licht: Wie Edgar von zu Hause abgehauen ist, um den Fittichen seiner Mutter zu entkommen, sein unstetes Leben in Ost-Berlin, die unerfüllte Liebe zu Charlie und nicht zuletzt sein Werther-Wahn. Nachdem Edgar ein Reclamheft mit Goethes «Die Leiden des jungen Werther» findet, fängt er an, seinen daheimgebliebenen Freund Willi mit selbstgesprochenen Tonbandaufnahmen aus diesem zu traktieren. Dadurch entsteht ein Spiel aus Identifikation und Selbstironie, in dem die Parallelen zwischen den Biografien von Edgar und «Old-Werther» immer offensichtlicher werden.
Die locker erzählte Liebesgeschichte aus der DDR hatte Anfang der
siebziger Jahre, zur Zeit ihrer Veröffentlichung, in beiden Teilen
Deutschlands grossen Erfolg. Trotz hitzig geführter Debatten erhielt
der Autor Plenzdorf 1973 den Heinrich-Mann-Preis der DDR. Heute,
zum 20-Jahr-Jubiläum des Mauerfalls bleibt zu überprüfen, ob die Geschichte
der Selbstbehauptung eines Jugendlichen noch so aktuell
ist wie damals. Die Frage nach der individuellen Freiheit stellt sich in jedem System.
Ulrich Plenzdorf, 1934 in Berlin geboren, lebte seit 1950 in der DDR. Er
studierte und besuchte die Filmhochschule in Potsdam. «Die neuen
Leiden ...» wurde in 30 Sprachen übersetzt und bis heute über vier
Millionen Mal verkauft. Ulrich Plenzdorf starb im Jahre 2007.
Regie:
Ralf Siebelt
Ausstattung:
Timo Plath
www.landestheater-tuebingen.de




