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MO, 25.01.27, 19:00 Uhr

L'Avare

von Molière. In französischer Sprache
American Drama Group / Le Théâtre du Héron

In Molières Komödie geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem um die Liebe junger Menschen. Die Liebe ist hier der eigentliche dramatische Antrieb! Alle Charaktere sind davon getrieben: von zu lebhaftem, unangebrachtem, heimlichem, vereiteltem Verlangen. Verbindungen entstehen und lösen sich weniger nach gesellschaftlichen Regeln als vielmehr durch Anziehungskräfte, die über Grenzen hinwegwirken. Ohne explizite Benennung entfaltet die Inszenierung einen Strom aus Regungen, Blicken und Körpern. Die Spannungen werden dabei szenisch sichtbar gemacht: anders lieben, nebenbei lieben, trotz Mauern lieben…

Molières Worte, deren musikalischer Rhythmus gewahrt bleibt, reiben sich am Schweigen, an Atemzügen, an Gesten, die das aussagen, was der Text nicht formuliert. Die Komödie bleibt lebhaft, manchmal wild, doch durchzieht sie eine dumpfe Melancholie:sie erzählt von Leben, die sich anders hätten entfalten können.

Bei aller Komik handelt die Inszenierung im Kern von einem Mann, der nicht zu lieben versteht, und von jungen Menschen, die sich weigern, nach den auferlegten Regeln zu lieben. Es ist ein Stück über den ewigen Kreislauf von Geld, Körpern und Begierden. Doch am Ende findet die Liebe immer einen Weg…

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